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PARODONTALERKRANKUNGEN WANN MUSS DIE KATZE ZUM ZAHNARZT?

Fragen & Antworten aus der Praxis

© Dr. Michael Streicher - Fachtierarzt für Kleintiere, Katzen-Praxis Oberursel

Parodontalerkrankungen - Das Parodontium ist das funktionelle Verankerungssystem des Zahnes. Der Zahnhalteapparat besteht aus Zahnfleisch, Zahnzement, Zahnfach und der Wurzelhaut. Erkrankungen des Zahnhalteapparates werden als Parodontalerkrankungen bezeichnet. Über 80% aller Katzen leiden unter behandlungsbedürftigen Erkrankungen der Maulhöhle. Am häufigsten ist die Parodontitis, eine Entzündung von Zahnfleisch, Wurzelzement, Kieferknochen und Parodontalfasern. Nicht selten findet man bei der Katze die FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen), wo es zur Auflösung der Zahnhartsubstanz kommt.

Wie entsteht eine Parodontalerkrankung?

Katzen putzen sich nicht die Zähne. Es gibt jedoch extra Zahnbürsten für Katzen, die aber von den meisten Katzen nicht toleriert werden. Die vorhandenen Beläge auf den Zähnen und dem Zahnfleisch werden von Bakterien besiedelt, es lagern sich dort Kalksalze ein und es entsteht Zahnstein. Stoffwechselprodukte der Bakterien führen zur Schädigung des Zahnhalteapparates. Das normalerweise dicht anliegende Zahnfleisch wird gelockert und die Bakterien können in tiefere Schichten vordringen. Der Organismus der Katze reagiert mit einer Entzündung, das Zahnfleisch bildet sich zurück, der Kieferknochen löst sich auf und es entstehen tiefe Zahnfleischtaschen, in denen sich die Bakterien weiter vermehren.

Warum ist das so gefährlich?

Die Bakterien sind nicht nur auf die Mundhöhle beschränkt. Durch die Entzündung kommt es zu Blutungen im Zahnbereich. Mit diesen Blutungen gelangen die Bakterien in die Blutbahn und können sich in Herz, Niere oder Leber festsetzen und dort zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen.

Auf was für Anzeichen muss ich achten?

Katzen können Schmerzen und Unwohlsein lange Zeit unterdrücken. Verhaltensänderungen aufgrund von Zahnschmerzen werden oft erst bei massiven Entzündungen bemerkt. Ein erstes Anzeichen für eine beginnende Zahnproblematik kann Mundgeruch sein. Auch vermehrtes Speicheln, Reiben des Kopfes auf dem Boden, Schwellungen im Kieferbereich, Nasen- und Augenausfluss kann auf Zahnprobleme hindeuten. Wenn Sie Ihrer Katze in den Mund schauen können, achten Sie insbesondere auf Rötungen am Zahnfleisch und Beläge auf den Zähnen.

Hat meine Katze Zahnschmerzen?

"So lange die Katze isst, hat sie keine Zahnschmerzen." Das ist falsch I Es liegt in der Natur der Katze, auch mit starken Zahnschmerzen noch Nahrung aufzunehmen, denn wer in freier Wildbahn nicht isst, der stirbt. Ihre Katze wird also auch noch essen, wenn bereits massive Zahnschmerzen vorliegen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine gründliche Zahnbehandlung kann bei der Katze nur unter Narkose durchgeführt werden. Bei älteren Patienten oder bei stark entzündlichen Prozessen in der Mundhöhle empfiehlt es sich, vor der Narkose eine Blutuntersuchung durchzuführen. Die Zahnbehandlung beinhaltet das Entfernen von Zahnstein und Belägen, die Reinigung der Zahnfleischtaschen sowie das anschließende Polieren der Zähne. Stark geschädigte oder an FORL erkrankte Zähne werden gezogen.

Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es?

Wenn man bereits mit Katzenwelpen das Zähneputzen übt, kann dies die Bildung von Zahnstein mit allen daraus resultierenden Folgeerkrankungen verhindern. Bei der Zahncreme handelt es sich um eine wohlschmeckende Paste, die nach dem Putzen nicht wieder ausgespült werden muss. Die Erfahrung zeigt, dass Katzen schwer an das Zähneputzen heranzuführen sind. Eine gute Reinigungswirkung hat spezielles "Zahnputzfutter", sowie Kaustrips und Kausticks. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob er nicht eine Probe für Ihre Katze hat.

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