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BRUMM untersuchte im Jahr 1985 Katzen hinsichtlich einer latenten M. canis Infektion und stellte fest, dass bei über 19% der untersuchten Katzen eine latente Infektion vorlag. Krankheitshäufigkeit der symptomlosen Träger von M. canis bei den Katzen in anderen Ländern bei bis zu 88%, abhängig von Faktoren der geographischen Gegebenheiten und der Dichte der Katzenpopulationen (MEDLEAU u. RISTIC 1992, DE BOER u. MORIELLO 1995, MIGNON u. LOSSON 1997). In der Hauskatzenpopulation ist das Vorkommen von Hautpilzen im Haarkleid nicht so häufig wie dort, wo viele Katzen auf engem Raum leben (BRUMM 1985, DE BOER u. MORIELLO 1995, BÖHM et al.1996). In Katzenzuchten, in denen dieser Hautpilz endemisch vorkommt, kann er von 100% der Tiere isoliert werden (MORIELLO 1990). Diese latent infizierten Tiere stellen ein unerkanntes, dauerhaftes Erregerreservoir und damit eine Infektionsgefahr für andere Tiere und auch für Menschen dar (BÖHM 1996, MIGNON u. LOSSON 1997). Latent infizierte Katzen werden vom Dermatophyten als Transportmedium benutzt, um einen neuen Wirt zu erreichen, den sie klinisch manifest infizieren können (BRUMM 1985). Somit fungieren die latent infizierten Tiere als Vektoren, da der Hautpilz oft erst entdeckt wird, wenn andere Lebewesen aus dem Umkreis erkranken (BRUMM 1985, MEDLEAU u. RISTIC 1992).
Abbildung 1: M. canis Infektion bei der Katze in Abheilung
Abbildung 2: Akute Infektion mit M. canis
Verbreitung der Mikrosporie beim Menschen
Mikrosporum canis ist der häufigste anthropozoophile Dermatophyt, der beim Menschen für die präpubertäre Tinea capitis sowie für die Tinea corporis und die Tinea faciale bei Erwachsenen verantwortlich ist (SIMPANYA u. BAXTER 1996). Betroffen von der Mikrosporie sind häufig Kinder, die mit infektiösen Tieren spielen. Die Mikrosporie äußert sich in Form scheibenförmiger, leicht geröteter Flecken auf der Haut, die von feinen Hautschuppen bedeckt sind. Oft sind auch die Kopfhaare befallen. Hier bilden sich kreisförmige Stellen, in denen die Haare alle auf der gleichen Höhe abgebrochen sind. Auf der Kopfhaut liegen feine . Normalerweise kommt es nur zu oberflächlichen Infektionen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bei Kindern kann es aber als Komplikation auch zu einem Befall innerer Organe kommen. Derzeit geht man von etwa 10.000 Erkrankungen im Jahr aus.
Abbildung 3: Säugling mit M. canis Infektion
Abbildung 4: Kleinkind mit M. canis Infektion
Dermatophyt und Wirt
Klinisch manifeste Hautläsionen sind bei adulten Katzen nicht oft zu beobachten, da bei dieser Tierart selten deutliche Entzündungsreaktionen der Haut gegen M. canis verursacht werden (MORIELLO 1990, PETERS 2000). Der Hautpilz ist gut an Katzen adaptiert, da er ohne Entzündungsreaktionen auszulösen auf deren Haut leben kann (MEDLEAU u. RISTIC 1992). Das Auftreten und das Ausmaß einer klinisch manifesten Mikrosporie hängt einerseits von der Erregermenge und -virulenz, andererseits von der individuellen Veranlagung ab (LEIMBECK 1977). Bei Katzenwelpen kann eine M. canis- lebensbedrohlich sein. Bei ihnen sind die Entzündungsreaktionen oft viel deutlicher ausgeprägt als bei ausgewachsenen Tieren (MORIELLO 1990). Dabei spielt auch der geringe Gehalt an Körperfettsäuren in der Haut von Jungtieren eine Rolle, die eine fungistatische Wirkung haben (MORIELLO 1990, BRUHN 1992). Adulte Katzen besitzen oft eine erworbene Immunität (DE BOER u. MORIELLO 1993, MIGNON et al. 1999). Die Inkubationszeit dauert in der Regel eine bis vier Wochen. (BÖHM 1981, SPARKES et al. 1995, PETERS2000). Bei der Katze kommt es zu einer klinisch manifesten Infektion, wenn es dem Dermatophyten gelingt, erfolgreich mit der physiologischen Hautflora und anderen Abwehrmechanismen zu konkurrieren. Er penetriert dann in die keratinisierten Schichten der Epidermis, in die Haarbälge und Haare. Die Pilzsporen wachsen dabei zu verzweigten und septierten Hyphen aus. Während seines Wachstums bildet M. canis Enzyme, mit deren Hilfe er das Stratum corneum und die Haarkutikula durchdringt. Er wächst innerhalb von etwa 7 Tagen am Haarschaft entlang in die Tiefe und umgibt dabei als ektotrich wachsender Hautpilz das Haar mit einem dichten Sporenmantel (MORIELLO 1990, MEDLEAU u. RISTIC 1992). An der oberen Grenze des Haarbulbus, der „Adamsonschen Quaste“, endet sein Wachstum (WEBER u.WEISS 1985). Hier befinden sich Zellen mit mitotischer Aktivität; Dermatophyten können jedoch nur in keratinisierten Zellen von Haut, Haaren und Nägeln wachsen (WEBER u.WEISS 1985). KIRK (1977) beobachtete, daß das Wachstum der Hautpilze zudem nur auf Haaren möglich ist, die sich in der anagenen, d.h. in der Wachstumsphase befinden. In die Kutikula telogener Haare, die im Wachstums-Ruhestadium stehen und somit nicht mitotisch aktiv sind, können sie nicht eindringen. Nach den Beschreibungen von BRUMM (1985), BRUHN (1992) sowie KRAFT u. DÜRR (1985) wird der Dermatophyt von dem wachsenden Haarschaft passiv an die Hautoberfläche geschoben. Die vom Hautpilz produzierten Stoffwechselprodukte führen zu einer entzündlichen Reaktion der Haut des Wirtes. Das Ausmaß der Entzündung ist neben Menge und Art der produzierten Stoffe stark vom Immunstatus der Katze abhängig (Brumm, 1985; Kraft u. Dürr, 1985; Bruhn, 1992). Histopathologisch beobachtet man Follikulitis, Perifollikulitis, Furunkulose, perivaskuläre Dermatitis und Hyperkeratose (Medlau u. Ristic, 1992). Nach Brumm (1985), Moriello (1990) und Willemse (1999) wandert M. canis durch die Wachstumshemmung infolge dieser Reaktionen und andererseits durch die begrenzte Menge an Hornschichtmaterial an der Eintrittspforte in die Peripherie zu den benachbarten Haaren. Die anfangs im Zentrum bestehende Entzündungsreaktion nimmt ab, während sie zum Rande hin zunimmt. Es entsteht das klassische Bild der Mikrosporie mit zentraler Heilzone und erythematösem Ringwall (Brumm, 1985; Moriello, 1990; Willemse, 1999). Viele Katzen werden jedoch in einem Erkrankungsstadium vorgestellt, wo die sichtbaren Hautläsionen nicht direkt auf eine Pilzinfektion schließen lassen.
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