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Bei der Norwegischen Waldkatze kommt es durch das Fehlen eines Enzymes, dem Glycan Branching Enzyme (GBE), zur massiven Einlagerung von Glykogen in Geweben und Organen wie Muskulatur, Herz und Leber. Glykogen ist ein verzweigter Vielfachzucker, der aus Glukosebausteinen zusammen gesetzt ist. Glykogen dient der Bereitstellung von Energie durch Abspaltung der einzelnen Glukosebausteine bei Bedarf und stellt eine Speicherform des EnergietrÀgers Glukose dar.
Bei der Katze erfolgte die Erstbeschreibung der Erkrankung 1992.
Glycogen storage disease type IV: inherited deficiency of branching enzyme activity in cats. Fyfe JC, Giger U, Van Winkle TJ, Haskins ME, Steinberg SA, Wang P, Patterson DF Section of Medical Genetics, School of Veterinary Medicine, University of Pennsylvania, Philadelphie 19104-6010. Pediatr Res 1992 Dec;32(6):719-725
Im Jahr 2007 gelang es dann, die fĂŒr diese Erkrankung verantwortliche Gen-Mutation zu identifizieren:
A complex rearrangement in GBE1 causes both perinatal hypoglycemic collapse and late-juvenile-onset neuromuscular degeneration in glycogen storage disease type IV of Norwegian forest cats. Fyfe John C, Kurzhals Rebeccah L, Hawkins Michelle G, Wang Ping, Yuhki Naoya, Giger Urs, Van Winkle Thomas J, Haskins Mark E, Patterson Donald F, Henthorn Paula S Molecular genetics and metabolism 2007;90(4):383-392.
Symptome beim Menschen
Beim Menschen zeigt sich die Störung der Glykogensynthese durch eine Leberzirrhose und Leberversagen innerhalb der ersten Lebensmonate. Die Therapie richtet sich vordergrĂŒndig auf die Behebung der Symptome. Die Transplantation der Leber ist umstritten, da die fehlerhaften StoffwechselvorgĂ€nge auch in anderen Organen stattfinden.
Symptome bei der Katze
Bei der Norwegischen Waldkatze gibt es zwei Verlaufsformen. Betroffene Welpen können bereits wĂ€hrend oder kurz nach der Geburt versterben. Tiere, die nach der Geburt unauffĂ€llig und gesund erscheinen, entwickeln zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat deutliche und fĂŒr diese Erkrankung typische und schwerwiegende Symptomatiken: MuskelschwĂ€che, Muskelatrophien, Muskelkontrakturen. Nicht selten sterben betroffene Tiere an einem Herzversagen. Die meisten betroffenen Katzen versterben aber wĂ€hrend oder kurz nach der Geburt.
Genetik
Die Glykogenspeicherkrankheit IV wird autosomal-rezessiv vererbt.
Drei Erbbilder (Genotypen) sind möglich:
Das Risiko einer Erkrankung ist unwahrscheinlich. Eine Ăbertragung des Gendefektes an die Nachkommen ist ausgeschlossen.
Das Risiko einer Erkrankung ist unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit einer Ăbertragung auf die Nachkommen betrĂ€gt 50%. Eine Verpaarung sollte nur mit einem homozygot gesunden Partner erfolgen.
Abbildung 2: Verpaarung einer TrÀgerkatze mit einem genetisch gesunden Partner. Die Nachkommen sind gesund, tragen jedoch teilweise eine Kopie des mutierten Gens (+-).
3. Zwei Katzen sind TrÀger einer Kopie des mutierten Gens
Abbildung 3: Verpaarung zweier (optisch) gesunder TrÀgertiere (heterozygote TrÀger), die Nachkommen sind zum Teil homozygot betroffen und werden höchstwahrscheinlich sterben. Aus diesem Grunde sollten keine TrÀgertiere miteinander verpaart werden.
4) Die Katze ist TrÀger zweier Kopien des mutierten Gens
Abbildung 4: Verpaarung eines (optisch) gesunden TrÀgertieres mit einem homozygot betroffenen Tier. Die Nachkommen sind zum Teil homozygot betroffen und werden sterben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein homozygot betroffenes Tier die Geschlechtsreife erlebt und sich fortpflanzt ist gering.
Therapie
Die Therapie einer erkrankten Katze ist nicht möglich.
PrÀvention
Bereits vor der Verpaarung von Zuchttieren mĂŒssen betroffene Katzen erkannt werden. Mit Hilfe eines DNA-Tests können klinisch unauffĂ€llige TrĂ€gertiere, betroffene und mutationsfreie Tiere identifiziert werden.
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