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FeLV
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Feline Leukämie Virus

Häufig gestellte Fragen und Antworten aus der Praxis

von Dr.Michael Streicher – Fachtierarzt für Kleintiere Katzen-Praxis Oberursel

 

Die Infektion mit dem Felinen Leukämie Virus (FeLV) ist ein häufige Todesursache bei Katzen. Das Virus führt vornehmlich zu einer Schwächung des Immunsystems, und diese dann zu einer erhöhten Anfälligkeit für eine Vielzahl anderer Erkrankungen und Infektionen. Zwischen 80 und 90 % der dauerhaft an FeLV infizierten Katzen sterben innerhalb von dreieinhalb Jahren nach Diagnosestellung. Jedoch nicht alle Katzen, die dem Virus ausgesetzt waren oder das Virus sogar in sich trugen, müssen daran sterben. Mit diesem Bericht sollen häufig gestellte Fragen aus der tierärztlichen Praxis verständlich erklärt werden.

Welche Katzen haben ein erhöhtes Risiko einer FeLV-Erkrankung?

Das FeLV ist ein sehr fragiles Virus, welches nicht lange außerhalb der Katze überlebensfähig ist. Zur Ausbreitung des Virus ist ein enger Kontakt von Katzen untereinander nötig, so dass die Infektion häufiger bei denen Katzen ist, die in einer Umgebung oder einem Haushalt mit mehreren Katzen leben. Man schätzt, dass 12 % der Katzen in Deutschland mit dem Virus dauerhaft infiziert sind. Je jünger eine Katze (< 6 Monate) bei der Infektion mit dem FeLV ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Infektion

Wie überträgt sich das Virus?

Der häufigste Übertragungsweg ist der Speichel einer infizierten und virusausscheidenden Katze. Auch wenn das Virus außerhalb der Katze nicht lange überlebensfähig ist, so kann die Übertragung auch über gemeinsam benutzte Wasseroder Futternäpfe erfolgen. Bissverletzungen, Kontakt mit infiziertem Urin oder Kot sind ebenfalls mögliche Übertragungswege. Eine tragende und infizierte Katze kann theoretisch intrauterin das Virus auf die Welpen übertragen, in der Regel führt die Infektion jedoch zum Absterben der Welpen vor der Geburt. Das Virus kann auch über die Milch vom Muttertier auf die säugenden Welpen übertragen werden.

Warum können einige Katzen eine Infektion erfolgreich bekämpfen?

Nicht alle Katzen, die Kontakt mit dem Virus haben, entwickeln eine tödlich verlaufende FeLV Erkrankung. Ein Grund kann sein, dass nicht genügend Virus in die Katze gelangt ist, oder dass das Immunsystem das Virus erfolgreich eliminieren konnte. Wenn eine Katze in der Lage ist das Virus zu eliminieren, geschieht dies in der Anfangsphase der Infektion innerhalb von vier bis zwölf Wochen. Diejenigen Katzen, die das Virus nicht erfolgreich bekämpfen, können zu Dauerausscheidern werden und stellen eine Gefahr für andere Katzen dar. Je älter eine Katze wird, desto eher kann sie das Virus erfolgreich eliminieren. Solche Tiere sind dann in der Regel immun gegen eine erneute Infektion.

Welche Symptome zeigt eine infizierte Katze?

Leider gibt es keine typischen Symptome, die sofort auf eine FeLV Infektion hinweisend wären. Fieber, Lethargie, Inappetenz, Gewichtsverlust, Atem, Haut und Verdauungsprobleme sind häufige Symptome, die aufgrund einer gestörten Immunabwehr entstehen. Bei 25% der infizierten Katzen entsteht eine Blutarmut durch Befall des Knochenmarks. Auch eine immunbedingte Zerstörung der roten Blutzellen mit darausresultierender Gelbsucht ist möglich. Bei 15 % der Tiere entsteht ein Tumor. Der häufigste ist das Lymphom, welcher sich als solider Tumor oder auch als Veränderung der Blutzellen darstellen kann. Die soliden Tumore können am Darm, den Nieren, Augen oder in der Nase entstehen. Beim multizentrischen Lymphom können eine Vielzahl von Lymphknoten befallen werden.

Kann eine betroffene Katze behandelt werden?

Derzeit gibt es keine Therapiemöglichkeit, eine infizierte Katze vom Virus zu befreien. Die Behandlung muss sich deswegen auf die Erhaltung einer guten Lebensqualität und die Verringerung der klinischen Symptome richten. Durch das ungenügend funktionierende Immunsystem können leicht weitere Infekte hinzukommen. Durch die Gabe von Antibiotika muss versucht werden, diese Infekte zu verhindern oder zurückzudrängen. Zur Verbesserung des Allgemeinbefindens werden häufig Kortikosteroide, Anabolika und Multivitamine verabreicht. Antivirale Präparate haben bei der Katze bisher keine positiven Effekte erzielt. Interferone werden seit einiger Zeit eingesetzt und haben bei einigen Tieren zu guten Resultaten geführt.

Lymphome können mit Chemotherapeutika therapieren werden, eine vollständige Heilung ist jedoch in den allermeisten Fällen nicht möglich, zumal das Virus dadurch nicht eliminiert werden kann. Die Verfütterung von rohem Fleisch sollte vermieden werden, da immun geschwächte Tiere bei einer Infektion mit Toxoplasma gondii massive Krankheitsanzeichen entwickeln können. Auch das Jagen und somit die Aufnahme von Toxoplasma infizierten Mäusen sollte verhindert werden. FeLV positive Katzen sollten gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft und regelmäßig entwurmt werden. Eine Prophylaxe vor Flohbefall reduziert das Risiko einer Infektion mit Mycoplasma haemofelis.

Kann ich meine Katze durch eine Impfung schützen?

Es gibt eine Impfung gegen das Feline Leukose Virus. Das Ziel dieser Impfung ist es, durch eine gesteigerte Immunabwehr gegen das aufgenommene Virus dieses zu eliminieren. Die Impfung ist bei solchen Katzen ratsam, die Freigang und somit auch Kontakt zu anderen Katzen haben. Keine Impfung bietet einen 100%igen Schutz. Eine Impfung gegen das Leukosevirus sollte nicht gleichzusetzen sein mit einer FeLV-freien Katze. Die Impfung beeinflusst das FeLV Testergebnis nicht. Trotz Impfung ist es nicht empfehlenswert, eine Leukose positive Katze mit einer geimpften Katze zusammenzuführen.

Kann ich meine Katze auf das Virus testen lassen?

Ja, es kann jedoch manchmal zu unklaren Testergebnissen kommen. Der Tierarzt verwendet in der Regel einen Schnelltest zum Nachweis eines bestimmten Virusproteins. Sollte ein positives Ergebnis herauskommen und die Katze zeigt keinerlei Symptome einer Infektion, oder sollte ein negatives Ergebnis bei einer Katze mit typischen Symptomen herauskommen, so sollte dieses Ergebnis überprüft werden. Dafür wird Blut für die Durchführung einer weiteren Blutuntersuchung in ein Labor geschickt. Ist dieser Befund dann negativ, sollte die Katze in 12 Wochen erneut untersucht werden. Ist der Test dagegen positiv, kann man von einer Infektion ausgehen. In der Praxis negativgetestete Katzen sind mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht mit dem FeLVirus infiziert.

Wie ist die Prognose bei einer infizierten Katze?

Für eine kranke, FeLV positive Katze ist die Prognose leider sehr schlecht, da die vorhandenen Probleme in der Regel sehr schwerwiegend sind. Eine gesunde, FeLV positive Katze kann noch Monate bis Jahre glücklich und gesund leben. In der Regel entwickeln diese Katzen dann aber ebenfalls eine deutliche Krankheitssymptomatik und versterben daran. Diese noch gesunden Katzen dürfen keinen Kontakt zu FeLV negativen Katzen haben. Solche Katzen sind zwingend im Haus zu halten.

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