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CHRONISCHE NIEREN INSUFFIZIENZ WAS IST DAS?
Fragen & Antworten aus der Praxis
© Dr. Michael Streicher - Fachtierarzt für Kleintiere, Katzen-Praxis Oberursel
Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist durch eine irreversible Schädigung beider Nieren gekennzeichnet. Die Ursachen sind vielfältig und in vielen Fällen nicht mehr eindeutig zu klären. Die Erkrankung schreitet langsam fort und betrifft meist ältere Katzen. Perserkatzen haben gelegentlich einen angeborenen Nierenschaden. Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung tödlich. Es ist daher empfehlenswert, insbesondere ältere Tiere routinemäßig einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen. Die CNI ist nicht heilbar, kann aber behandelt werden. Die Lebenserwartung und Lebensqualität kann durch die Behandlung gesteigert werden.
Wie zeigt sich eine CNI?
Katzen können lange Zeit die Symptome einer CNI unterdrücken. Erst wenn ca. 75 % des Nierenfilterapparates funktionsuntüchtig sind, kommt es zu ersten, wahrnehmbaren Symptomen. Der Urin kann dann von den Nieren nicht mehr konzentriert werden, Giftstoffe verbleiben im Körper. Folgende Symptome können auftreten: Schwäche, Gewichtsverlust, Inappetenz, stumpfes Fell, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Erbrechen. Wird die Erkrankung erst diagnostiziert, wenn bereits Symptome vorliegen, ist die CNI bereits fortgeschritten und nur noch bedingt therapierbar.
Wie kann ich bereits frühzeitig eine CNI erkennen?
Als Katzenhalter haben Sie keine Chance, rechtzeitig, also noch vor Auftreten der ersten Symptome, eine CNI bei Ihrer Katze zu erkennen. Es gibt mittlerweile gute Diagnosemöglichkeiten, die bereits im Frühstadium der Erkrankung verlässliche Hinweise liefern. Eine Urinuntersuchung zeigt, im Vergleich zur Blutuntersuchung, bereits in einem frühen Stadium, ob die Nieren optimal funktionieren.
Was zeigt die Blutuntersuchung?
Die so genannten "Nierenwerte" Harnstoff und Kreatinin sind erst bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz erhöht, auch liegen dann häufig bereits Veränderungen im Elektrolythaushalt vor. Tiere mit länger bestehender CNI zeigen oft eine Blutarmut. Die Schilddrüse sollte bei nierenerkrankten Patienten immer mit untersucht werden.
Wem hilft die molekularbiologische Untersuchung?
Dieser Gentest kann solche Katzen aufzeigen, die Gefahr laufen, an der CNI zu erkranken. Aber auch die Katzen, die die Erkrankung vererben, können erkannt werden. Der Gentest ist bei vielen Katzenrassen möglich.
Bluthochdruck - eine häufige Komplikation
Bluthochdruck kann sowohl Ursache, als auch Folge einer CNI sein. Therapeutisch werden blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt. Bei auftretendem Bluthochdruck muss eine Augen- und Herzuntersuchung durchgeführt werden, da diese Organe geschädigt werden können.
Wie kann die CNI behandelt werden?
Die CNI ist leider nicht heilbar. Man versucht, das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Symptome zu lindern. Es gibt mittlerweile eine Reihe von erfolgreichen Therapieansätzen, die je nach Stadium und Schweregrad der Erkrankung zum Einsatz kommen,
ZUSAMMENFASSUNG
Auch bei klinisch unauffälligen Katzen kann bereits im Frühstadium eine CNI festgestellt werden. Je eher diese erkannt wird, desto besser sind die Chancen einer rechtzeitigen Behandlung. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Katzen ab einem Alter von sieben Jahren regelmäßig zu kontrollieren. Ihr Tierarzt wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die CNI bei Ihrer Katze auszuschließen. Sollte Ihre Katze jedoch an der CNI erkrankt sein, wird Ihr Tierarzt Ihnen alle Möglichkeiten der Therapie aufzählen, damit Sie noch lange Freude an Ihrer Katze und Ihre Katze an Ihnen hat.
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